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Rettungshubschrauber zum Anfassen

In unseren regelmäßigen Dienstabenden befassen wir uns meist mit der Aus- und Fortbildung unserer Helfer. Dazu zählen sowohl Theorievorträge als auch praktische Übungen, um Neues zu lernen und ständig auf dem Laufenden zu bleiben. Am Mittwoch, den 20. Januar jedoch stand ein völlig anderes Programm auf dem Plan. An diesem Tag waren wir mit insgesamt elf Helfern zu Gast bei der DRF Luftrettung am Standort Stuttgart. Hierbei hatten wir die Möglichkeit, den Rettungshubschrauber „Christoph 51“ und die zugehörige Station am Flugplatz Pattonville zu besichtigen. Empfangen wurden wir durch den Stationsleiter Thomas Roth. Er ist einer der Hubschrauberpiloten und war daher in der Lage, uns sämtliche Details zum Hubschrauber, der Station und der DRF Luftrettung zu erläutern.

Christoph 51 dient überwiegend als Intensivtransporthubschrauber und hat daher die Aufgabe, schwer kranke und verletzte Patienten zwischen Krankenhäusern zu verlegen.
Um diese Aufgabe erfüllen zu können, ist er mit einer Vielzahl von medizinischen Geräten und Medikamenten ausgestattet, die ihn zu einer fliegenden Intensivstation machen. Lediglich das Platzangebot fällt deutlich geringer aus als auf einer solchen. Davon konnte sich jeder Helfer einmal selbst ein Bild machen und Platz in der engen Kabine des Hubschraubers vom Typ BK117 nehmen.

Selbstverständlich ist Christoph 51 auch als Rettungshubschrauber im Einsatz.
Besetzt ist er immer mit einem Pilot, einem Rettungsassistent mit spezieller Zusatzausbildung (HEMS Crew Member) und einem Notarzt. Sie übernehmen bei Bedarf überwiegend Notfalleinsätze im Umkreis von etwa 60 Kilometern. Meist wird der Rettungshubschrauber vom bereits eingetroffenen Rettungsdienst angefordert, wenn der Patiententransport in eine geeignete Klinik möglichst schnell oder schonend (z.B. bei Wirbelsäulenverletzungen) erfolgen muss. Dank der Spitzengeschwindigkeit von etwa 250 Kilometern pro Stunde, kann der Hubschrauber sehr schnell vor Ort sein, aber auch den Patiententransport sehr zügig durchführen. Doch immer wieder dient der Rettungshubschrauber auch als Notarztzubringer und wird zusätzlich zu einem Rettungswagen alarmiert, falls kein bodengebundenes Notarzteinsatzfahrzeug vorhanden ist.

Entgegen der landläufigen Meinung sind dabei nicht immer nur schwer verletzte Personen, wie z.B. nach einem Verkehrsunfall, typische Einsätze. Immer häufiger werden Rettungshubschrauber auch zu internistischen beziehungsweise häuslichen Notfällen alarmiert. Je nach Eisatzlage wird der Transport in eine geeignete Klinik dann vom Hubschrauber übernommen oder dessen Notarzt begleitet den Rettungswagen in die Klinik.

Jedoch sind die meisten Rettungs- bzw. Intensivtransporthubschrauber der DRF Luftrettung nicht rund um die Uhr einsatzbereit. Für Christoph 51 etwa gilt das Tageslicht als Definition der Dienstzeit. Dienstbeginn ist morgens bei Sonnenaufgang, Dienstende bei Sonnenuntergang. Zudem ist auch das Wetter ein entscheidender Faktor für den Einsatz eines Hubschraubers. Starke Windböen und Nebel sind absolute Ausschlusskriterien.

Dieser Besuch stieß bei unseren Helfern auf sehr großes Interesse. Schließlich hat man nicht alle Tage die Möglichkeit, einem Rettungshubschrauber so nah zu kommen und sogar einmal darin Platz nehmen zu dürfen. Dementsprechend musste sich Thomas Roth auf viele Fragen gefasst machen. Daher möchten wir uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich bei ihm für seine Führung und die ausführliche Beschreibung der täglichen Arbeit auf einem Rettungshubschrauber bedanken. Ebenfalls gilt ein großes Dankeschön der DRF Luftrettung, die uns diese Besichtigung erst ermöglicht hat.

 

 Bericht: Alexander Wolf 

15. Februar 2016 21:29 Uhr. Alter: 2 Jahre